Gesundheitsbezogene Aussagen auf Produkten und in der Werbung – sogenannte Health Claims – sind in der EU streng reguliert durch die Health Claims Verordnung (EG) Nr. 1924/2006. Nur von der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) wissenschaftlich geprüfte und zugelassene Aussagen dürfen verwendet werden. Als Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln begrüßen wir diesen Rahmen – er schützt Verbraucher vor irreführenden Versprechen und schafft eine gemeinsame Grundlage für seriöse Kommunikation.
Was erlaubt ist – und was nicht
Zugelassen sind allgemeine funktionelle Claims wie: „Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei" – wissenschaftlich geprüft, von der EFSA zugelassen, im Wortlaut exakt vorgegeben. Dieser Wortlaut darf nicht abgewandelt werden, auch kleine Änderungen machen eine Aussage unzulässig.
Verboten sind krankheitsbezogene Aussagen: „Vitamin C heilt Erkältungen", „Kurkuma bekämpft Entzündungen", „Omega-3 verhindert Herzinfarkt" – zu spezifisch, auf Krankheiten bezogen oder nach EFSA-Kriterien nicht ausreichend belegt. Das gilt auch dann, wenn Studien existieren, die solche Zusammenhänge diskutieren.
Unsere Haltung als Hersteller
Wir kommunizieren bewusst zurückhaltend – und das nicht nur aus rechtlichen Gründen. Ein Nahrungsergänzungsmittel ist kein Medikament und kann keines ersetzen. Es kann jedoch eine sinnvolle Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung, einem aktiven Lebensstil und ärztlicher Begleitung sein. Formulierungen wie „trägt zu einer normalen Funktion bei" oder „unterstützt den Körper" spiegeln diese Realität aus unserer Sicht genau richtig wider: Sie versprechen keine Heilung, benennen aber einen echten, wissenschaftlich belegten Zusammenhang.
Das ist keine Abschwächung der Wahrheit – es ist die Wahrheit.
Warum manche Wirkstoffe keine Claims haben
Für etablierte Substanzen wie Kurkuma oder bestimmte Omega-3-Formulierungen existieren trotz wissenschaftlicher Diskussion oft keine zugelassenen EFSA-Claims. Der Grund ist nicht zwingend fehlende Evidenz, sondern dass die EFSA strenge Anforderungen an Studienmethodik und Kausalitätsnachweise stellt – Anforderungen, die viele Studien bislang nicht vollständig erfüllen. Das Zulassungsverfahren ist zudem aufwändig und langwierig.
Als verantwortungsvoller Hersteller kommunizieren wir deshalb nur dort mit zugelassenen Claims, wo die Grundlage klar ist – und verzichten auf Aussagen, wo sie es nicht ist.
Was du als Verbraucher wissen solltest
Health Claims sind keine vollständige Landkarte der Wissenschaft, aber ein verlässlicher Mindeststandard: Was zugelassen ist, ist geprüft. Was nicht zugelassen ist, darf nicht behauptet werden – unabhängig davon, wie überzeugend eine Aussage klingt. Wenn du tiefer einsteigen möchtest, lohnt sich ein Blick in das offizielle EU-Register der zugelassenen Health Claims oder in wissenschaftliche Datenbanken wie PubMed.